VKU Verkehrskunde Kursinhalte - über was reden wir am VKU Kurs? 🧾

Die VKU Kursinhalte sind in 4 Module gegliedert. Wir machen jeweils 2 Module pro Kurseinheit. So kommst Du 2 Mal und hast alle vier Module besucht. Unsere Fahrschule ist Bestandteil des Ausbildungszentrum „VKU ZÜRICH ENGE“. Dabei sind wir absolute Experten im Strassenverkehr und helfen aktiv dabei einen Teil zur Verkehrssicherheit in der Schweiz beizutragen indem wir qualitativ hochwertigen und spannenden Verkehrskundeunterricht VKU in Zürich anbieten. Somit wirst auch Du zu einem sicheren und selbstbewussten Verkehrsteilnehmer geschult.

Modul 1: Gefahrenlehre - Sicherheitslehre

Regelkreis

Nur wenn alle drei Komponenten «fit» sind, funktioniert ein sicheres Fahren!
Du musst dabei immer die Grenzen der Strasse selber erkennen. Ganz wichtig ist es dabei deine Geschwindigkeit immer den Strassenverhältnissen anzupassen.
Fahrzeug OK? Technische Mängel am Fahrzeug können Ursache eines Unfalls sein. Darum ist ein betriebssicheres Fahrzeug Pflicht! Dafür bist Du selber verantwortlich! An den meisten Unfällen ist jedoch nicht die Strasse oder das Fahrzeug, sondern der Mensch selber schuld. Müdigkeit, Alkohol, Drogen und viele andere Dinge beeinflussen dein Reaktionsvermögen. Ein alltägliches Beispiel ist die Ablenkung. Es ist haarsträubend wie viele Fahrzeuglenkerinnen und Lenker SMS oder E-Mails schreiben oder lesen während dem Fahren. Oder «nur» essen, trinken oder eine Zigarette rauchen… 

Aber auch das Alter an sich bringt so seine gesundheitlichen Probleme mit sich. Leider gibt es viele Leute, die nicht mehr fahren sollten/dürften und es dennoch tun. Auch das ist ein grosses Problem in der Verkehrssicherheit.

Dynomenlehre

Es geht darum, dass Du künftig Gefahren bereits im Vorfeld erkennen kannst. Schon bevor sie entstehen. So kannst Du selber Gefahren vermeiden und besser bewältigen, wenn sie bereits eingetreten sind.

90% der Informationen erfolgen über die Augen. Darum kannst Du nur rechtzeitig

Gefahren erkennen und auch rechtzeitig darauf reagieren, wenn du alles auf- und neben der Strasse deutlich erkennen kannst. Beim Sehtest zeigte sich, ob Du ohne Brille oder Kontaktlinsen genügend scharf sehen kannst oder ob Du beim Führen von Motorfahrzeugen, wie im Lernfahrausweis eingetragen (Auflage 01), eine Sehhilfe tragen musst.

Verkehrssehen

Fährst du mit einem Fahrzeug einer Strasse entlang, musst du jene Situationen herausfiltern, welche für dich wichtig sind. Du musst nicht alle Verkehrsteilnehmer bewusst wahrnehmen.

Um dein Fahrverhalten rechtzeitig anpassen zu können, musst du aber zuverlässig jene erkennen, welche deinen Weg kreuzen werden.

Die Einschätzung für besondere Verhältnisse oder für kritische Wetterbedingungen sind beim Fahren für dich sehr wichtig. Nur wenn du solche Gefahren zuverlässig erkennst, wirst du sie entschärfen können.

Blickfilter

Du filterst also alle Eindrücke heraus die für die verschiedenen Situation bedeutend sind. Mit der Zeit wirst du, mit deinem beim Fahren lernen neu trainierten Verkehrsblickfilter, kritische

  • Verkehrsteilnehmer
  • Tages- und Jahreszeiten
  • Wetterverhältnisse
  • Strassenstücke
  • Verkehrsmanöver
  • zuverlässig erkennen.

Dieses Training macht dein Verkehrsverhalten immer sicherer und routinierter.

Je umfassender deine Wahrnehmung der sich bietenden Situationen ist, desto sicherer und vollständiger wird dein Überblick und umso sicherer wird dein Fahrverhalten.

Fahrschule- Sehschule

Um deinen Verkehrsblickfilter optimal zu trainieren, ist es sehr vorteilhaft bei einem Fahrlehrer diese besonderen Fähigkeiten des Sehens zu entwickeln. Dein Verkehrsblickfilter entwickelt sich in der Zeit nach der praktischen Führerprüfung weiter. Das zeigt sich auch in der Unfallstatistik. Mit dieser Statistik verknüpft sind auch die Versicherungsprämien. In den ersten 7 Jahren, nach bestandener Prüfung, ist das Risiko in einen Unfall verwickelt zu sein, sehr hoch. Am grössten ist die Gefahr zwischen dem zweiten und dritten Jahr. Dann wiegen sich viele Neulenker in einer «falschen» Sicherheit und werden überheblich. Durch diese erhöhte Risikobereitschaft steigt dann auch das Unfallrisiko und interessanterweise sind auch die Versicherungsprämien bei den Haftpflichtversicherungen dann entsprechend angepasst

Reize und Reaktionen

Deine Reaktionen auf die Wahrnehmungen erfolgen aus drei Ebenen:

Reflexe

Angeborenen Reaktionen laufen reflexartig in Hundertstelsekunden (0.03 -0.08 Sek) ab. Zum Beispiel, wenn du etwas Heisses berührst, zuckst du unwillküirlich zurück.

Erlernte Automatismen

Durch häufige Wiederholung von Bewegungsabläufen lernst du Fertigkeiten, die du automatisch, ohne bewusste Entscheidung ausführen kannst (0.14-0.45 Sek.).

Beim Fahren lernen übst du solche Abläufe bis du sie leicht, sicher und ,,wie von selbst“ ausführst. Das praktische Üben in den Fahrstunden hilft dir, solche Automatismen zu erlernen.

Damit du keine falschen Abläufe antrainierst, ist es wichtig dich professionell in einer Fahrschule ausbilden zu lassen.

Bewusste Reaktionen

Das ist der Iängste Weg, um auf eine Wahrnehmung zu reagieren. Wahrnehrnungen lösen viele und komplexe Vorgänge aus und werden im Hirn zu bewussten Reaktionen verarbeitet. Das dauert manchmal bis zu mehreren Sekunden. In den ersten Fahrstunden hast Du das erlebt. Du musstest alles bewusst entscheiden und steuern. Das war sehr mühsam für dich und hat dich zusätzlich verunsichert. Mit zunehmender Fahrpraxis führst du diese Handlungen immer leichter durch. Du musst nicht mehr bewusst steuern.

Schalten, kuppeln, beobachten, Zeichen geben, lenken, bremsen usw. sind automatisiert. Deine bewusste Entscheidung Iäuft nur noch bei besonderen Situationen ab. Deine bewusste Wahrnehmung hat jetzt vor allem Kontrollfunktionen.

Modul 2: Partner- und Strassenkunde

Partnerkunde 🚴‍♀️

Auf der Strasse begegnest du den verschiedensten Verkehrsteilnehmern. Die Fahrzeuge des privaten und des öffentlichen Verkehrs teilen sich die Verkehrsfläche zusammen mit den Fussgängern. Grosse, kleine, langsame, schneller, wendige, träge, aufmerksame und unkonzentrierte Verkehrsteilnehmer teilen sich die Strasse. Sie fahren hintereinander, kreuzen sich, begegnen sich und manchmal kommen sie sich gefährlich nahe.

Dass dies meistens gut geht, liegt an gewissen Verkehrsteilnehmer, die eine besondere Fähigkeit entwickelt haben. Sie fahren vorausschauend, erkennen sehr früh die Absichten anderer und so weiter. Wenn ein Fehler passiert, ist er tolerant, gibt nach und kann so schlimmeres verhindern

Alter – Absicht – Aufmerksamkeit.  Das 3A-Training

Kleine Kinder sind unberechenbar. Sie achten nicht immer auf den Verkehr und können dich hinter den parkierten Autos oft auch gar nicht sehen. Gegenüber kleinen Kindern musst du besonders vorsichtig sein! 

Aber auch gegenüber älteren Menschen müssen wir vorsichtig und respektvoll sein. Sie sehen und hören oft schlechter und reagieren darum unsicher und langsamer als ihre jüngeren Zeitgenossen.

Aufmerksamkeit und Absicht

Sichere, erfahrene Fahrzeuglenkerinnen und Fahrzeuglenker erkennen unaufmerksames Verhalten und die Absichten von anderen Verkehrsteilnehmern sofort. Sie haben bereits so viele Verhaltensmuster in ihren Blickfilter integriert, dass sie die Absichten und Handlungen der Verkehrspartner „voraussehen“ können. Sie sehen voraus, dass manche Verkehrsteilnehmer den Verkehrsablauf nicht aufmerksam beobachten, daher in gefährliche Situationen kommen und falsch oder nicht schnell genug reagieren.

Aufmerksamkeit richtig einschätzen

  • Sind die Fussgänger aufmerksam?
  • Haben sich dich gesehen?
  • Sind sie am Natel?
  • Sind sie in Eile?
  • Wer hat vortritt?

Suche immer den Blickkontakt, um Missverständnisse zu vermeiden.

Absicht erkennen

Nur wenn Du die Absicht deiner Verkehrspartner erkennst, wirst Du sicher unterwegs sein können! Beachte zum Beispiel folgende Anzeichen:

  • Blinker oder Handzeichen
  • Geschwindigkeit
  • Bremslichter
  • Kopfdrehungen und Blickrichtungen
  • Körperhaltungen

Besondere Vorsicht und Rücksicht gegenüber Menschen mit Behinderungen jeglicher Art!

Schwierige Partner

Leider gibt es auch immer wieder Verkehrsteilnehmer, die ein bedenkliches Verhalten an den Tag legen.

  • Velofahrer oder Fussgänger, die bei Rot über die Strasse überqueren
  • Ungeduldige Drängler, die Hupen und dicht auffahren

Lass dich nicht provozieren sondern gib nach und entschärfe die Situation so.

Spezielle Partner:

Achte auf Fahrzeuge von Blaulichtorganisationen. Wenn Du die Sirene hörst schaue auch in die Seitenspiegel. Dort siehst Du oft viel besser ob ein herannahendes Einsatzfahrzeug kommt als im Innenspiegel.

Strassenkunde

Es gilt auf folgende Strassenelemente zu achten und deine Geschwindigkeit darauf abzustimmen.

Strassenverlauf

  • Übersichtlich oder unübersichtlich
  • Schmal oder breit
  • Lange, gerade oder kurvenreich

Gegebenheiten auf der Strasse

Strassenrand
Baumreihen, Hecken, Randsteine, Leitlinien, Leitplanken dienen dir als optische Führung und helfen dir dabei die Spur zu halten

Strassenoberfläche

  • Art des Belages?
  • Schienen auf Fahrbahn?
  • Schlaglöcher?
  • Spurrinnen?
  • Kopfsteinpflaster?
  • Nass, trocken, verschneit, vereist?

Auf regennassen Strassen verlängert sich dein Bremsweg deutlich. Zudem besteht die Gefahr von Aquaplaning. Auch Markierungen können wegen den Spiegelungen auf der Strasse sehr schlecht, bis gar nicht erkannt werden.

Im Winter besteht nicht nur die Gefahr von verschneiten Strassen, sondern auch von Glatteis. Glatteis ist im Gegensatz zu Schnee von Auge sehr schlecht erkennbar. Rechne aber bei Temperaturen um den Gefrierpunkt immer mit Glatteis. Besonders im Bereich von Brücken und Wäldern

Spezielle Strassen

Autobahn 🛣️

Bei Einfahren haben die Fahrzeuge, welche bereits auf der Autobahn sind, vortritt. Fahre gleich schnell wie die Fahrzeuge auf der Autobahn, wenn Du dich in den Verkehr einfügen möchtest.

Auf der Autobahn selbst musst Du unbedingt an die 2 Sekunden Regel denken! Halte genügend Abstand.

Wenn sich auf der Autobahn ein Stau bildet und die Autos stehen (oder ganz langsam fahren) dann halte bitte nicht mitten auf deinem Fahrstreifen an, sondern halte bereits am Rand um eine Rettungsgasse zu bilden! Es ist schon fast peinlich wie gut das teilweise in anderen Ländern funktioniert – im Gegensatz zu uns!? Beim Ausfahren fahren viele zu schnell, weil sie sich an das hohe Tempo auf der Autobahn gewöhnt haben. Achte auf deinen Tacho!

Begegnungszonen und Quartierstrassen

In der Begegnungszone ist max. 20 km/h erlaubt und die Fussgänger haben auf der gesamten Verkehrsfläche Vortritt.

In Quartierstrassen ist oft «Zone 30» und diese wiederum sind oft mit «Rechtsvortritt» versehen. Achte auf einmündende Strassen und auf Kinder im Bereich von Strassen. Aber auch auf Anwohner die sich in «ihrem Revier» bewegen und oft unachtsam über die Strasse gehen, weil sie sich ja auskennen…

Tunnel 🏟️

➡️ Ein paar Tipps:

Vor der Einfahrt den «Radiosender» 📻 beachten. Auf diesem Sender erfolgen im Notfall die weiteren Anweisungen.

Freiwilliges Anhalten, Wenden oder Rückwärtsfahren ist strengstens untersagt. Überholen ist natürlich auch verboten, wenn nur eine Spur in die selbe Richtung führt.

Bei einem Unfall oder einer Panne sofort Warnblinker einstellen und Motor abstellen. ( Bei einer Panne versuchen aus dem Tunnel hinaus rollen oder wenigstens in die Notbucht ) Ruhig bleiben. Warnweste anziehen. Sobald und nur wenn es der Verkehr zulässt aus dem Auto steigen und Pannendreieck aufstellen. Hilfe über Natel oder SOS anfordern und deren Anweisungen befolgen.

Tageskunde 🌇

Gemäss Statistiken geschehen die meisten Unfälle zwischen 16 und 18 Uhr. Also auf dem Nachhauseweg. Die Leute sind müde und möchten nur noch nach Hause. Oft fahren sie unaufmerksam und sogar, je nach erlebtem Tag, aggressiv.

Was die Wochentage anbelangt so sind die häufigsten Unfalltage auf das Wochenende zu verlegen. Betreffend Monate ist es der Sommer. Im Winter kennt man eigentlich die Gefahren von Schnee und Eis. Die Ferienzeit im Sommer wird aber gerne unterschätzt. «Schnell in den verdienten Urlaub!» Durch dieses dann sorglose Fahren drohen eben auch die Unfälle.

Modul 3:

Verkehrssicherheit 🚖

Regelmässige Kontrollen am Fahrzeug sind zwingend notwendig. Denn dein Fahrzeug muss immer in verkehrs- und betriebssicherem Zustand sein. Dafür ist der Lenker selber verantwortlich!

Verkehrssicherheit:

  • Beleuchtung
  • Bremsen
  • Bereifung
  • Lenkung
  • Spiegel, Scheiben und Scheibenwaschanlage
  • Signal- und Sicherheitseinrichtungen

Betriebssicherheit:

Bei der Betriebssicherheit handelt es sich um Dinge, die dein Auto braucht um überhaupt „sicher in Betrieb“ gebracht zu werden. Diese Punkte kannst Du locker und ganz einfach selber kontrollieren. Du kannst dir das auch gut merken weil die Anfangsbuchstaben das Wort „WOLKEN“ ergeben.

  • Wasser
  • Oele
  • Luft
  • Krafstoff
  • Elektrische Anlagen
  • Notwerkzeug

 

Reifen:

Die Mindestprofiltiefe beträgt 1,6 mm. Besser aber für Sommerreifen 3 mm und für Winterreifen 4 mm. Auch der richtige Reifendruck ist wichtig. Zu hoher, wie auch zu tiefer, Reifendruck führen zu einem viel schnelleren Verschleiss deiner Bereifung. Neue Reifen haben eine aufgetragene Lackschicht und haben darum in den ersten Kilometern eine leicht erhöhte Rutschgefahr

Mit dem richtigen Reifendruck kannst du aber auch Sprit sparen. Ein zu tiefer Druck erhöht deinen Verbrauch um rund 6%. Und das ist noch nicht alles. Zu wenig Druck ist auch gefährlich. Deine Reifen reagieren dann nicht mehr zuverlässig was wiederum zu gefährlichen Brems- und Ausweichmanövern führen kann. Auf dem Tankdeckel steht der empfohlene Reifendruck. Erhöhe diesen um 0.5 bar! Und kontrolliere den Reifendruck regelmässig. Pro Monat verliert der Reifen rund 0.1 bar Luft.

Mängel am Fahrzeug

Lasse Mängel am Fahrzeug immer von einer Fachwerkstatt beheben. Ausser es handelt sich um Bagatellen, die Du selber beheben kannst.

Verschmierte und trübe Sicht ist gefährlich. Regelmässig Scheibenwasser kontrollieren und nachfüllen. Scheibenwischer nicht auf trockener Scheibe wischen lassen, weil die Blätter sonst spröde werden und nicht mehr «sauber» wischen. In diesem Fall wären die Scheibenwischerblätter zu ersetzen.

Vereiste Scheiben im Winter musst du vollständig frei kratzen. Auch Schnee auf der Motorhaube oder auf dem Dach muss komplett weg bevor Du losfährst!

Verkehrsbewegungslehre

Am besten ist es immer, wenn Du deine Absicht früh genug deinen Mitmenschen mitteilst. In der Fahrschulwelt redet man von der Spur- und Spurtgestaltung. Mit der Gestaltung deiner Fahrspur kannst Du den Fahrzeugen vor und hinter dir mitteilen, was Du vor hast. Gleichzeitig musst Du verlangsamen, bevor Du abbiegst. Du veränderst also deine Spurtgestaltung. Unterstreichen musst Du das Ganze mit dem Blinker. So, jetzt wissen alle Bescheid!

Achte auf andere - immer auf die sichere Seite

Du musst also die anderen verstehen können und gleichzeitig von den anderen verstanden werden. Nur wenn sich Du und die anderen Verkehrspartner klar und deutlich verhalten, wird es dir möglich sein verschiedene Manöver wie

  • Spurwechsel in dichtem Verkehr
  • Kreuzen
  • An stehenden Hindernissen vorbei fahren
  • Überholen
  • Hintereinander fahren
  • Nebeneinander fahren

im richtigen Zeitpunkt und ohne jemanden dabei zu gefährden, durchzuführen.

Beim Nebeneinanderfahren ist es besonders wichtig, dass Du deiner Spur treu bleibst und keinen Slalom fährst. Wenn Du an einem Velo vorbei fahren möchtest, achte auf einen ausreichenden Abstand. Je schneller, desto mehr Abstand ist notwendig damit dein Überholmanöver gefahrlos ausgeführt werden kann.

Als Faustformel gilt 1.5 bis 2m seitlicher Abstand, wenn Du ein Velo überholst. Selbstverständlich darfst Du dazu auch über die gestrichelte Linie und ein wenig von der Spur des Gegenverkehrs benutzen. (natürlich nur wenn niemand kommt ) Ansonsten musst Du verlangsamen und abwarten. Auf keinen Fall etwas unnötig riskieren!

Beim Hintereinanderfahren gilt die 2 Sekunden Regel. Oder unter 100 Km/h halber Tacho. Über 100 km/h ganzer Tacho in Meter. Also bei 50 km /h wären dies ca. 25 Meter Abstand und bei 120 km/h eben 120 Meter Abstand.

Die Wahl der Fahrspur

Die gesetzlichen Vorgaben, die Bodenmarkierungen sowie Strassensignalisierungen regeln eigentlich ganz genau wie Du deine Fahrspur gestalten musst. Du hast das in der Theorie sowie deinen Fahrstunden gelernt.

Innerorts, im dichten Verkehr ist es wichtig, dass die verschiedenen Verkehrsteilnehmer gut aneinander vorbei kommen. Darum ist das Einspuren eben durchaus eine sinnvolle Sache! Ausserorts hingegen geht es eher darum, dass Du aufgrund der oft auch höheren Geschwindigkeiten deine Fahrspur den physikalischen Gegebenheiten anpassen musst.

Geschwindigkeitsgestaltung 🚓..

Du musst deine Geschwindigkeit immer den Strassen-, Verkehrs- und Sichtverhältnissen anpassen!

Solche Faktoren wären also beispielsweise

  • Die Witterung
  • Die Sichtverhältnisse
  • Die Strassenbreite
  • Der Strassenzustand
  • Die Verkehrsdichte
  • Dein eigenes Fahrzeug
  • Deine persönliche Erfahrung
  • Dein jetziges Befinden

Es ist selbsterklärend, dass zwischen deiner Geschwindigkeit und deiner Reaktion ein enger Zusammenhang besteht. Je schneller Du fährst, desto schneller musst Du reagieren.

Daher ist es besonders in den ersten Fahrstunden enorm wichtig, dass Du nicht einfach auf alles «drauf los fährst» sondern langsamer fährst damit Du Zeit hast das Geschehen auf der Strasse richtig einzuordnen.

Gefahr erkannt – Gefahr gebannt!

Verzweigungen sind nicht immer gleich. Je nach Tageszeit oder Wochentag musst Du die selber Kreuzung mal schneller- und mal langsamer überqueren. Ist viel los ist es wichtig, dass Du dann defensiv unterwegs bist. Nimm dir Zeit und schaue dir alles gut an, bevor Du über die Kreuzung rollst. Ganz wichtig ist dass Du immer ganz genau weisst wer Vortritt hat und wohin Du fahren möchtest/musst.

Modul 4:

Fahrfähigkeit - Fahrunfähigkeit

Definition: Art. 31 Abs. 2 SVG
Momentane psychische und physische Befähigung des Individuums zum sicheren Lenken eines Motorfahrzeugs im Strassenverkehr. Fahreignung und Fahrkompetenz sind bereits vorhanden, die Fahrunfähigkeit ist grundsätzlich vorübergehender Natur (Alkoholkonsum, Müdigkeit, Alkoholabhängigkeit).

Art. 31. Abs. 2 SVG
Wer wegen Alkohol-, Betäubungsmittel- oder Arzneimitteleinfluss oder aus anderen Gründen nicht über die erforderliche körperliche und geistige Leistungsfähigkeit verfügt, gilt während dieser Zeit als fahrunfähig und darf kein Fahrzeug führen.

Auch deine körperlichen Fähigkeiten können dich also temporär fahrunfähig machen. (Wut, Trauer, Depressionen, usw. )

Gesundheit

Zunächst mal gibt es etwas ganz Wichtiges zur Reaktionszeit an sich zu sagen;

Laut einer vom bfu (Beratungsstelle für Unfallverhütung) veröffentlichen Studie geht Wissenschaftler M.Green davon aus, dass die Reaktionszeit, um beispielweise das Aufleuchten der Bremslichter zu erkennen, unter realistischen Alltagsbedingungen ca. 1,25 Sekunden beträgt. Hingegen benötigen überraschende Situationen im Durchschnitt eine Bremsreaktionszeit von 1,5 Sekunden.

Bei einer starken Erkältung oder bei Grippe ist es deshalb enorm wichtig, dass Du genau abwägst ob Du noch fahrfähig bist oder nicht. Bei 38° Körpertemperatur steigt deine Reaktionszeit bereits um ca. 50% und bei 39° Fieber sind wir durchschnittlich dreimal langsamer als wenn wir gesund sind!

Körperliche Behinderungen können auch temporär sein. Zum Beispiel:

  • Hand im Gips oder stark eingebunden
  • Fuss verstaucht
  • Hexenschuss
  • Vergessene Brille / Kontaktlinsen

Unter diesen Umständen darfst Du auf keinen Fall Auto fahren.

Ernährung:

Wenn Du hungrig bist, sinkt dein Blutzuckerspiegel und damit auch deine Konzentrationsfähigkeit. Wir müssen und sollen auch essen. Zwar nicht während dem Fahren aber vorher und, auf längeren Fahrten, in den Pausen. Auf den Autobahnraststätten findest Du immer reichhaltigere Menüs, welche jedoch nicht unbedingt auf einer längeren Fahrt empfehlenswert sind. Nach einem üppigen Essen steigt deine Reaktionszeit nämlich um mehr als das Doppelte an. Deshalb ist es besser, wenn Du kleinere Mahlzeiten zwischendurch zu dir nimmst!

Übermüdung – Sekundenschlaf 😴

Das Unfallgeschehen durch Müdigkeit oder Einschlafen am Steuer kann nur schwer bestimmt werden. Laut der offiziellen Unfallstatistik sind 3 % aller Todesfälle im Strassenverkehr auf die Ursache Müdigkeit zurückzuführen. Das bfu geht aber davon aus, dass es sich tatsächlich eher um 10–20 % handelt. Bei Müdigkeitsunfällen unterscheidet man:

  • Unfälle mit jungen Leuten, vor allem nachts
  • Unfälle mit Personen ab Mitte 50, hauptsächlich nachmittags.

💡Tipps gegen Sekundenschlaf

Müdigkeit kann man nicht austricksen. Letztlich hilft nur ausruhen und schlafen. Vermeiden Sie Müdigkeitsunfälle durch folgende Massnahmen:

  • Schlafe genügend.
  • Verzichte bei (zu erwartender) Müdigkeit auf das Lenken eines Fahrzeugs.
  • Fahre möglichst nicht nachts, dann ist der Körper auf Schlaf eingestellt.
  • Vermeide Alkohol und schweres Essen, da dies müde macht.
  • Solltest Du während der Fahrt schläfrig werden: Halten Sie an und mache am besten einen Turboschlaf von 15 Minuten. Zusätzlich können zwei Tassen Kaffee kurzfristig helfen.
  • Lass Schlafprobleme ärztlich abklären.

Ablenkung

Ablenkung und Unaufmerksamkeit können verschiedene Ursachen haben:

  • Ursachen ausserhalb des Fahrzeugs: Auffällige Personen, attraktive Panoramen oder zu viele Schilder beeinträchtigen die visuelle Informationsaufnahme.
  • Aktivitäten innerhalb des Fahrzeugs: Diese können kognitive Ressourcen binden (z. B. Telefonieren), die Bedienung des Fahrzeugs beeinträchtigen (z. B. Rauchen) oder die visuelle Informationsaufnahme hemmen (z. B. nach einem in Bewegung geratenen Objekt greifen).
  • Schliesslich kann Ablenkung auch durch innere Stimuli hervorgerufen werden (z. B. Träumerei oder über Probleme nachdenken).

Risiko, Verbreitung und folglich das Gefahrenpotenzial der verschiedenen Ablenkungsarten variieren beträchtlich. Aufgrund der bekannten Forschungsresultate lässt sich herleiten, dass Handybenutzung am Steuer, Stimuli von ausserhalb des Fahrzeugs, Interaktion mit Passagieren sowie das Abspielen von Musikgeräten die sicherheitsrelevantesten Ablenkungsarten sind. Andere Ablenkungsarten wie freihändig fahren sowie das Greifen nach in Bewegung geratenen Gegenständen sind zwar auch sehr gefährlich, kommen jedoch relativ selten vor.

💡Tipps gegen Ablenkung

  • Unterlasse beim Lenken jede ablenkende Aktivität und fokussiere deinen Blick auf das Verkehrsgeschehen.
  • Programmiere dein Navigationsgerät vor der Abfahrt.
  • Verzichte insbesondere auf das Lesen und Schreiben von SMS sowie aufs Telefonieren am Steuer (weder mit Handy noch mit Freisprechanlage).
  • Halte an einem sicheren Ort, wenn Du etwas Dringendes erledigen musst, das dich ablenken könnte.

Telefonieren am Steuer 📱

Die Verkehrsregelverordnung schreibt vor, dass Kommunikationssysteme die Aufmerksamkeit nicht beeinträchtigen dürfen (Art. 3 Abs. 1). Die Ordnungsbussenverordnung nennt  den Tatbestand des Telefonierens während der Fahrt ausdrücklich und droht bei Verwendung eines Telefons ohne Freisprecheinrichtung während der Fahrt eine Ordnungsbusse von CHF 100.– an. Dennoch ist Telefonieren am Steuer verbreitet: 2004 gab rund ein Drittel der Lenkenden in der Schweiz an,  mindestens einmal pro Tag einen Anruf zu starten. Das Handy wird während rund 5 % der Fahrtzeit benutzt.

Die Lenkenden sind sich zwar der Gefährlichkeit des Telefonierens am Steuer bewusst, Die subjektive Erfahrung zeigt jedoch, dass es durchaus ohne Folgen möglich ist. Forschungen zeigen aber, dass die Fahrfähigkeit stark beeinträchtigt ist, und zwar unabhängig davon, ob Lenkende Handy oder Freisprechanlage benützen. Die Reaktionszeit erhöht sich um 30–50 %, visuelle Einschränkungen, schlechteres Spurhalten und Missachtung von Signalen nehmen deutlich zu.

Daraus resultiert während des Telefonierens ein 4- bis 5-faches Unfallrisiko, je nach Studie. Bei SMS schreibenden Lastwagen-Fahrern wurde ein 23-faches Unfallrisiko nachgewiesen.

💡Tipps Telefon und Autofahren

  • Verzichte auf das Lesen und Schreiben von SMS sowie aufs Telefonieren am Steuer (weder mit Handy noch mit Freisprechanlage).
  • Falls du unterwegs telefonieren musst: Halte an einem sicheren Ort an oder bitte eine mitfahrende Person, das Gespräch zu führen.
  • Schalte das Handy beim Fahren am besten aus.

Alkohol und Auto fahren 🍺

Alkohol reduziert die Fahrfähigkeit. Bereits ein Glas Alkohol beeinträchtigt die Fahrfähigkeit (wie Reaktionszeit, Selbstüberschätzung, Wahrnehmung usw.). Bei einem Wert von 0,25 mg/l ist das Risiko eines tödlichen Unfalls für den Fahrer doppelt so hoch wie bei einem Wert von Null. Zudem sind Alkoholunfälle rund doppelt so schwerwiegend wie die restlichen Unfälle.

Sie verursachen rund 1/8 aller schwer oder tödlich verletzten Strassenverkehrsopfer und ereignen sich grösstenteils nachts bei Selbstunfällen, speziell an Wochenenden. Insbesondere Männer, junge Erwachsene und Gewohnheitstrinker überschreiten die gesetzliche Limite von 0,25 Milligramm. 

Rund 1/5 aller Ausweisentzüge geht auf das Konto von Fahren in angetrunkenem Zustand. Seit 2014 gilt ein Alkoholverbot für Neulenkende.

💡Tipps Umgang Alkohol am Steuer

  • Trink grundsätzlich keinen Alkohol, wenn du fährst.
  • Wenn du Alkohol geniessen möchtest: Nutze öffentliche Verkehrsmittel und Taxis oder bestimme eine Person, die auf Alkohol verzichtet. 
  • Kombiniere Alkohol nicht mit Medikamenten oder gar Drogen.

Neue Messmethode bei Alkoholkontrollen.

Seit 2016 wird die Blutprobe weitgehend durch die Atemalkoholmessung ersetzt. 

Die neuen Geräte messen die Alkoholkonzentration in der Atemluft (in mg/l Atemluft) statt wie bisher im Blut (in Promille). 0,5 Promille entsprechen 0,25 Milligramm pro Liter.

Alkoholmengen und -abbau

Promillerechner















Bier       5.2%  |  o.5 L   |  20.8 g
Wein      13%  |  0.1 L   |  11.2 g
Whiskey 40%  |  0.04 L  |  12.8 g

Wildmark Formel:
c = A / ( p x r )
c = Alkoholkonzentration in Promille
A = Aufgenommene Alkohol Menge in Gramm
p = Körpergewicht in kg
r = Reduktionsfaktor ( 0,7 bei Männern und 0,6 bei Frauen )

 

Beispiel: 1 Liter Wein 12% Alkohol
Ein Mann 95 Kg hätte theoretisch einen Promillewert von 1.14. Eine Frau mit 60Kg hingegen kommt bereits auf 2.11 Promille!!!
Zu berücksichtigen ist auch der Alkoholabbau von ca. 0.15 Promille pro Stunde.

Drogen

Durch Cannabiskonsum wird die Konzentrationsfähigkeit eingeschränkt und die Reaktionszeit verlängert sich. Distanzen und Geschwindigkeiten werden falsch eingeschätzt. Die Entscheidungsfähigkeit kann beeinträchtigt werden und die Risikobereitschaft kann sich erhöhen.

Mischkonsum mit anderen psychoaktiven Substanzen führt zu unvorhersehbaren Wirkungen. Bekannt ist insbesondere, dass ein Mischkonsum von Cannabis und Alkohol schon bei kleinen(!) Konsummengen zu einer sehr deutlichen Einschränkung der Fahrfähigkeit führt.

Bei einem Verdacht auf Cannabiskonsum können Polizeibeamte einen Drogenschnelltest durchführen. Ist dieser positiv, wird das Blut untersucht. Bei Cannabis reicht der Nachweis von THC im Blut, um eine Fahrunfähigkeit festzustellen. Der aktive Wirkstoff THC ist bei gelegentlichem Cannabisrauchen in der Regel bis zu 12 Stunden lang im Blut nachweisbar, wobei diese Nachweiszeit von individuellen Voraussetzungen und der Konsummenge abhängt. Bei regelmässigem und starkem Konsum kann THC länger im Blut nachgewiesen werden. Dazu ist auch zu beachten dass heute der THC Gehalt in den Hanfpflanzen «hochgezüchtet» wird was wiederum dazu führt dass der Konsum ebenfalls länger nachweisbar wird.

Wer mit einem Wert von 1.5 mcg/l THC im Blut oder höher im Strassenverkehr erwischt wird, wird mit Busse oder Haft bestraft. Zudem wird der Führerausweis für mindestens 3 Monate entzogen. Unter Umständen kommt es auch zu einer Abklärung in Bezug auf Fahrtauglichkeit. Liegt zusätzlich ein weiterer Straftatbestand vor (z. B. überhöhte Geschwindigkeit), fällt die Strafe höher aus. Im Wiederholungsfall wird ebenfalls härter bestraft.

Bei einem Unfall unter dem Einfluss von Cannabis können Versicherungen die Leistungen kürzen («Regress»).

Medikamente

Die Einnahme gewisser Medikamente kann sich negativ auf die Fahrfähigkeit einer Person auswirken. Werden verschiedene Medikamente kombiniert resp. gleichzeitig auch noch Alkohol eingenommen, kann die Verkehrssicherheit noch stärker gefährdet werden.

Deshalb bestimmt Art. 2 Abs. 1 der Verkehrsregelverordnung: Wer wegen Übermüdung, Einwirkung von Alkohol, Arznei- oder Betäubungsmitteln oder aus einem anderen Grund nicht fahrfähig ist, darf kein Fahrzeug führen. 

Die Verantwortung, in fahrunfähigem Zustand kein Fahrzeug zu lenken, liegt also grundsätzlich beim Fahrzeuglenkenden selbst. Damit ist klar festgelegt, dass Fahrzeuglenkende immer dann, wenn sie bezüglich des Einflusses eines Medikaments auf die Fahrfähigkeit unsicher sind, den Arzt oder Apotheker zu Rate ziehen sollten.

Bei Missachtung der entsprechenden Informationen von Medizinal Personen über Nebenwirkungen von eingenommenen Medikamenten auf die Fahrfähigkeit bzw. bei Missachtung des Strassenverkehrsrechts können nicht nur Vortests der Polizei zur Kontrolle der Fahrfähigkeit die Folge sein; den Fahrzeuglenkenden können auch unangenehme Rechtsfolgen treffen:

  • Sofortige Abnahme des Führerausweises
  • Blutprobe, eventuell ergänzt durch eine ärztliche Untersuchung
  • Führerausweisentzug und Strafen
  • Versicherungsrechtliche Folgen (z.B. Regress der Motorfahrzeug-haftpflichtversicherung)

Umweltbewusstes Fahren

Dieses Thema wird während deinen Fahrstunden ausführlich behandelt.

Ein paar Punkte aber, wie Du deinen Beitrag zur Reduktion der CO2 Abgase leisten kannst:

  • Früh schalten, in hohem Gang fahren. Bei Benzinern 2000-2500 und bei Dieseln bei 1500-2000 Umdrehungen schalten)
  • Immer im höchstmöglichen Gang fahren. Ausser Bergauf! Bergauf lieber mit etwas mehr Gas in kleinerem Gang statt mit wenig Gas im grossen Gang – das spart bis zu 30% Treibstoff!
  • keinen unnötigen Ballast im Auto oder in Dachbox, generell auf Dachbox möglichst verzichten
  • 5 bar mehr Reifendruck als auf Tankdeckel angegeben
  • Fahre gleichmässig
  • Rollen lassen! Nutze die Schubabschaltung wenn du auf ein «Stop» oder ein Rotlicht zufährst. Diese Unterbricht nämlich die Treibstoffzufuhr und dein Verbraucht fällt auf 0.0 Liter! Also mit eingelegtem Gang rollen lassen statt zurück schalten!
  • Vorausschauend Fahren (genügend Abstand zum Vordermann halten und nicht unnötig bremsen und wieder beschleunigen) So fährst Du nicht nur finanziell besser sondern vor allem auch sicherer!

Zehn Grundregeln für defensives Fahren

Es gibt in diesem Zusammenhang einen alten Merksatz:      

Verbotenes nie, gebotenes immer aber auch erlaubtes manchmal nicht!

Regel 1: Respektieren – Abstand halten

Respekt vor:

  • Verkehrsregeln
  • Anderen Verkehrsteilnehmern (Velo, Fussgängern, Kindern usw)
  • Abständen
  • Geschwindigkeit
  • Äusseren Bedingungen

Wenn Du die obigen Punkte respektierst, wirst Du automatisch sicherer unterwegs sein.

 Regel 2: Distanzieren – Abstand schaffen

Sorge immer für genügend Abstände. Auch wenn sich jemand anderer falsch verhält. Ein klassisches Beispiel ist die Autobahn. Du bist unterwegs und hast 2 Sekunden Abstand zum vorderen Fahrzeug und ‘schwups’ drängelt sich jemand ein paar Meter vor dir hinein. Gehe in diesem Fall ab dem Gas um wieder genug Abstand zu schaffen.

 

Regel 3: Isolieren – überlegt Manövrieren

Damit Du sicher manövrieren kannst musst Du dir immer ein paar «Züge» im Voraus überlegen. Wie beim Schach spielen. Du darfst während deinen Manövern niemanden behindern oder gefährden.

  • Habe ich genug Platz in dieser Lücke
  • Wo muss ich Anhalten und habe ich genügend seitlichen Abstand
  • War irgendwo ein Kind oder Tier
  • Hatte es irgendwo einen grossen Stein oder eine kleine Mauer (in die ich hineinfahren könnte?)

Regel 4: Demonstrieren – Fahre deutlich

Sorge möglichst für keine Überraschungen und lass die anderen immer rechtzeitig deine Absichten erkennen.

  • Du kannst den Fussgänger zBsp ein Handzeichen geben um sie über die Strasse zu lassen
  • Blinker stellen, wenn Du die Spur wechselt, ein Velo überholst oder abbiegen möchtest
  • Rechtzeitig verlangsamen, wenn Du keinen Vortritt hast und jemand vor dir durch lassen möchtest so dass er deine Absicht erkennt

Regel 5: Tolerieren – Fehler anderer korrigieren

Nicht nur dir passieren Fehler auf der Strasse. Du bist froh, wenn derjenige hinter dir nicht auf die Hupe geht wenn du etwas falsch machst. Darum ist es wichtig, dass auch du bzw. alle miteinander rücksichtvoll umgehen und Fehler anderer tolerieren. Dies ist nicht immer einfach, insbesondere dann nicht, wenn dir jemand absichtlich den Vortritt wegnimmt. Aber du kommst nicht schneller ans Ziel, wenn es am Schluss noch einen Unfall gibt.

Regel 6: Präparieren – Fahre rücksichtsvoll

Rücksicht auf andere ist überall wichtig. Achte darauf, dass du möglichst niemandem im Weg stehst.

  • Bremse den Verkehr hinter dir nicht unnötig aus
  • Parkiere so dass die Leute hinter dir problemlos «ausparken» oder die Leute neben dir problemlos ein- und austeigen können
  • Fahre nie unnötig langsam um einen Unfall oder etwas anderes in der Umgebung zu «bestaunen»

Regel 7: Kontrastieren – klar erkennbar sein

Das Motto lautet «sehen und gesehen werden». Es geht also nicht darum, dass Du das Licht einschalten musst um die Strasse besser auszuleuchten sondern um dich für andere besser sichtbar zu machen. Der Motorradfahrer auf dem Bild fällt dank seines Lichts (und nicht etwa wegen der schwarzen Bekleidung ) sofort auf. Das silbrige Fahrzeug hingegen viel weniger.

  • Tagsüber bei Regen oder Nebel unbedingt Abblendlicht einschalten. Tagfahrlicht genügt nicht, weil es nur vorne leuchtet
  • Nebellichter ab Sicht weniger als 50 Meter
  • Nie oder so kurz wie möglich im toten Winkel anderer Fahrzeuge fahren
  • Beim Parkieren immer darauf achten, ob ein parkiertes Fahrzeug rückwärts «ausparken» möchte

Regel 8: Kalkulieren – Mit Überraschungen rechnen

Du darfst dich nie darauf verlassen, dass alles so läufst wie du dir das vorstellst. Es gibt Stellen, wo du mit mehr oder weniger Überraschungen rechnen musst. Einige Beispiele:

  • Rund um Schulhäuser. Besonders morgens gegen 08:00 Uhr, mittags und Nachmittags zwischen 15 und 16 Uhr.
  • Die Türen von parkierten Autos könnten plötzlich aufgehen, weil jemand aussteigen möchte
  • Zwischen parkierten Autos könnten Kinder oder Tiere die Strasse plötzlich betreten
  • In der Nähe von Spielplätzen
  • Bei Veranstaltungen wie Konzerten, Chilbi, Fussballspielen usw
  • Bei Baustellen
  • Bei Kurven, Kuppen und Senken
  • Bei Autobahneinfahrten

Regel 9: Routieren – Die Sensibilisierung deiner Routine

Erkenne Grenzen. Von Dir, dem Verkehr und deinem Fahrzeug. Wende dein aufmerksames und vorausschauendes Fahren noch besser an um Unfallursachen entgegen zu wirken und Unfallrisiken zu minimieren.

  • Genügend Zeit einplanen
  • Hektik, Stress vermeiden
  • Bremsweg variiert je nach Strasse
  • Zu Randzeiten kommst Du langsamer vorwärts

Regel 10: Rationieren – Reserven schaffen

Schaffe Reserven. Überall.

  • 2 Sekunden Regel beim hintereinander herfahren
  • Zeitreserven. So hast Du auch mal Zeit für eine Pause
  • Je nach Reise – achte auch auf genügend Proviant
  • Fahre nicht immer am Tempolimit, sondern passe die Geschwindigkeit an